
Es ist sehr wichtig, dass wir die weiteren Untersuchungen abwarten und uns auf seriöse Quellen berufen.
News vom 31. März 2026
In Hamburg in Deutschland wurde gemäss Medienberichten eine Frau von einem Wolf angegriffen. Demnach hielt sich seit dem Wochenende ein Wolf im Stadtgebiet auf und wurde mehrfach gesehen. In einer Einkaufsstrasse versuchte eine Frau, den Wolf zu vertreiben. Er biss sie darauf hin und konnte später eingefangen werden. Die Frau wurde nach einer medizinischen Behandlung nach wenigen Stunden wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Quelle dieser Darstellung ist der öffentlich-rechtliche Sender NDR.
Getreu der Voraussetzung, dass die mediale Schilderung korrekt ist, lässt sich festhalten, dass wahrscheinlich kein unprovozierter Wolfsangriff vorliegt, sondern ein Verteidigungsverhalten des Wolfes. Die Verletzung ist als leicht einzustufen gemäss der Definition aus der Notfallmedizin (Patientin weniger als 24 Stunden im Krankenhaus). Der Biss war demnach ein Schnappen und muss als Angstreaktion verstanden werden, um eine ungewollte Annäherung abzuwehren. Dieses Verhalten ist auch bei ängstlichen Hunden bestens bekannt. Ein unprovozierter, aggressiver Angriff hätte weit schwerere Verletzungen verursachen können, lässt sich aber aus den Umständen nicht erkennen.
Städte sind für Wölfe keine geeigneten Lebensräume, selbst wenn sie dort fallweise lange überleben können, insbesondere wenn sie Nahrung in Form von Haustierfutter, Speiseresten oder auch Haustieren selbst finden. Weil in diesen Fällen unweigerlich nicht nur eine Gewöhnung an die Siedlung, sondern auch an die Menschen selbst stattfindet, dürfen in der Schweiz Wölfe, die sich wiederholt aus eigenem Antrieb im Siedlungsraum aufhalten und sich dabei Menschen annähern, abgeschossen werden. Beim Wolf in Hamburg scheint es sich jedoch um ein durchziehendes Tier gehandelt zu haben, der erst seit wenigen Tagen in der Stadt war und offenbar keinen Ausweg daraus fand. Es gibt keine Hinweise, dass der Wolf in der Stadt sesshaft war und dadurch seine Scheuheit verloren hat. Solche Fälle von einzelnen Wölfen, die sich in die Stadt verirren, können grundsätzlich nicht vermieden werden, egal ob der Wolfsbestand reguliert wird oder nicht.
Umso wichtiger ist, dass die Bevölkerung weiss, wie man sich bei Wolfsbegegnungen verhält. Wichtigste Regel ist die Wahrung von Distanz. Wenn einem das Tier noch nicht bemerkt hat, macht man durch Sprechen auf sich aufmerksam, gefolgt von einem langsamen Rückzug, wenn nicht das Tier selbst sich zurückzieht. Diese Verhaltenstipps werden in der Schweiz durch verschiedene Akteure vermittelt, u.a. durch Tourismusorganisationen. Gemäss den medialen Schilderungen wurden diese Tipps beim Vorfall in Hamburg nicht eingehalten.
(Quelle: https://www.gruppe-wolf.ch/Wolfsnews.htm)



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