Wolfsangriff im Gehege. Kind schwer verletzt.

30. Oktober 2026

In Brandenburg hat ein Polarwolf im Wildpark Johannismühle ein achtjähriges Kind angegriffen und schwer verletzt.

Offensichtlich bietet man in diesem Tierpark einen „Tierpflegertag für Kinder“ an, wo Kinder die Tierpfleger bei ihrer Arbeit begleiten dürfen.
Was dann passierte, wundert mich nicht. In einigen Zoos scheint es schon eine Art „Gelddruckmaschine“ zu sein, spektakuläre Tiere zu streicheln oder sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Ich war auch ein paar Mal bei einem solchen Event. Im Idealfall wird man ausführlich aufgeklärt und es sind immer genügend kundige Tierpfleger dabei. In Deutschland bietet das u.a. das Wolfcenter Dörverde. Auch hier dürfen sich die Besucher den Wölfen nähern, allerdings nur unter großen Sicherheitsvorkehrungen.
Kinder mit ins Wolfsgehege zu nehmen, ist ein absolutes NO-GO!
Kinder sind noch unsicher auf den Beinen, geraten ins Stolpern oder können leicht von einem Wolf umgeworfen werden. Ein Kind, das auf dem Boden liegt, schreit und strampelt, verhält sich wie verletzte Beute. Der Wolf wird automatisch zubeissen, das ist sein Instinkt. Das ist ja leider auch das Problem bei vielen Wolfsmischlingen, die privat gehalten werden.
Ich habe noch nicht gehört, dass man Kinder/Menschen in ein Bärengehege oder zu Löwen und Tigern mitnimmt?  Warum also um alles in der Welt zu Wölfen? Weil wir auch Zuhause mit dem Hund kuscheln und Wölfe ja „wie Hunde“ sind? Wölfe sind keine Kuscheltiere! Wir müssen aufhören, sie als solche zu instrumentalisieren.

Buchautorin Elli Radinger mit weißem Gehegewolf.

Dieses Foto von mir und einem Polarwolf wurde für eines meiner Wolfsbücher gemacht. Foto von Tanja Askani

Die Polarwölfe im Wildpark Johannismühle haben es sich nicht ausgesucht, ihr ganzes Lebens hinter einem Zaun zu sitzen, kein natürliches Sozialleben zu haben und von lauten Zoobesuchern angestarrt zu werden. Wir haben sie dazu gezwungen. Wir schreiben ihnen vor, was sie fressen oder mit wem sie sich paaren dürfen. Gehegetiere leben unter extremem Stress. Und all das nur zu unserer Unterhaltung. Das mindeste, was wir tun sollten, ist, sie als sensible, soziale Lebewesen zu respektieren und in Ruhe zu lassen.

In Brandenburg leben besonders viele Wolfsrudel. Statt nicht-heimische Polarwölfe einzusperren, hätte sich der Tierpark für den Schutz wilder, heimischer Wölfe einsetzen und darüber aufklären können.
Meine Idee: Lassen wir die „f…“ KI doch ein paar Wolfsroboter bauen, mit denen sich dann die gelangweiligten Zweibeiner beschäftigen können.

Mir tut das Mädchen schrecklich leid und alle, die beteiligt waren und das anschauen mussten. Ich hoffe, dass sie dieses Trauma irgendwann einmal überwinden können.

Weitere Informationen in Kürze und im nächsten Newsletter Wolf

 

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