Wissen Wolf: Sachsen – Der Wolf als Überraschungstier

Die Lausitzer Wölfe bieten Wissenschaftlern immer wieder Grund zum Staunen, zum Beispiel beim Nachwuchs.
18 Wolfsrudel gibt es derzeit in Sachsen. Das zumindest belegen die aktuellen Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW), die ihren Sitz in Görlitz hat. In der Oberlausitz sind es zwölf Wolfsfamilien. Und über die haben Wolfsexperten kürzlich interessante Verhaltensweisen entdeckt.
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Pers. Anmerkung von Elli Radinger:
So selten, wie es Prof. Jessel beschreibt ist dieses Verhalten nicht – zumindest nicht in Yellowstone. Ich habe während 25 Jahren Verhaltensbeobachtungen immer wieder Mehrfachpaarungen erlebt und darüber auch in meinen Büchern berichtet. Voraussetzungen dafür sind genügend Beute und ausreichend Platz. So habe ich auch beobachtet, dass mehrere Wölfinnen in einem Rudel Junge bekamen und teilweise auch zusammen großzogen.

4 Antworten auf „Wissen Wolf: Sachsen – Der Wolf als Überraschungstier“

  1. Hallo Frau Radinger,
    mich lässt die Yellowstone-Reportage von kürzlich nicht los: Da wurde berichtet, dass 926F von ihrer Tochter vertrieben wurde – zuvor bestand das „Rudel“ gerade noch aus 926F, ihrer erwachsenen Tochter und einem kurz zuvor hinzugestossenen Rüden. Ein ohnehin schon überlebenskritisch kleines Rudel, wie ich es verstanden habe.
    Warum macht die Tochter sowas? Scheint doch so gar keine „Weisheit der Wölfe“ in dieser Entscheidung zu stecken.
    Was sind es für Faktoren, die, wie in diesem Artikel über die europäischen Wölfe beschrieben, zwei Generationen als Rudel koexistieren lässt? (Zumal ich ja dachte, dass Timberwölfe sozialer wären als europäische?)
    Danke und Gruß 🙂

    1. Warum die Tochter das macht? Weil die Mutter in der Paarungszeit Konkurrenz ist und sich in einer Wolfsfamilie in dieser Zeit alles auf die Erweiterung und das Überleben des Rudels konzentriert. Wenn es Platz und Nahrung genug gibt, dann gibt es eben Mehrfach-Paarungen und Geburten, bei denen alle als Rudel zusammenleben. Das hängt nicht davon ab ob Timberwolf oder Eurp. Wolf, sondern von den Umständen und individuellen Persönlichkeiten. Wie in der menschlichen Großfamilie. Bei manchen klappts, bei anderen nicht. Man kann bei Wölfen nie etwas verallgemeinern. Da ist es wie bei Toyota: Nichts ist unmöglich 🙂
      Und 926F hat ja auch wieder eine neue Familie gegründet. Das hat der Film noch nicht gezeigt. Ich habe über die ganze Geschichte von 926F hier berichtet:
      https://www.elli-radinger.de/yellowstone-tochter-von-she-wolf-erschossen/

      1. Vielen Dank!
        Aber wäre es nicht gerade zum Überleben des Rudels gut gewesen, noch die Omma als erfahrene Jägerin dabei zu haben, die dem „Schwiegersohn“ bei der Beutebeschaffung hilft? Gerade dann, wenn es Welpen zu versorgen gäbe?
        Grundsätzlich könnte es sein solches Modell aber schon geben, richtig?
        Gibt es Hinweise, wonach die „netteren“ Wolfsfamilien auch die erfolgreicheren sind?

        1. Nein, Jennifer. Wolfsverhalten lässt sich nicht pauschalieren und schon gar nicht nach „nett“ oder „nicht nett“. Es gibt zahlreiche Umstände, die zu einem bestimmten Verhalten führen. Dazu muss man Wölfe und ihre Familienstruktur einen langen Zeitraum hinweg beobachten, um es zu verstehen. Gerade manches „nicht nette“ Verhalten dient dem Überleben der Gruppe. Und wenn Sie den Bericht von 926 genau lesen, dann werden Sie auch wissen, wie es weiter gegangen ist.

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