Vorsorge für das Haustier in Zeiten von Corona

In meinem Buch „Die Weisheit alter Hunde“ habe ich im Kapitel „Kümmere dich um dein Rudel“, das Thema Vorsorge aufgegriffen.  Hier ein  Auszug:

Die meisten Menschen denken nicht darüber nach, was mit ihrem Haustier passiert, wenn sie selbst sterben oder verhindert sind – wie beispielsweise bei einer Quarantäne.

Wir müssen alle sterben, und einige von uns werden vielleicht irgendwann einmal ernsthaft krank oder verletzt. Was geschieht dann mit unseren Tieren? Ein Mangel an Planung kann sie bei Fremden zurücklassen oder einem ungewissen Schicksal ausliefern, und wir wünschen ihnen weder das eine, noch das andere. Mit ein wenig Voraussicht und Vorbereitung können wir die Chancen steigern, dass sich jemand um sie kümmert, wenn wir es nicht können. Für mich selbst habe ich rechtzeitig und umfassend vorgesorgt mit Testament, Patientenverfügung und Patientenvollmacht: Gut und umfassend vorbereitet zu sein, erspart mir im Notfall Stress und falsche Entscheidungen.

Wie können wir für unsere Tiere vorsorgen?

Zunächst einmal ist wichtig, dass im Notfall überhaupt jemand davon erfährt, dass meine Hündin Hilfe braucht. Dies gilt besonders für Alleinlebende. Wenn niemand weiß, dass ich einen Hund habe, muss der möglicherweise tagelang ohne Nahrung oder Wasser in der Wohnung aushalten. Ein schrecklicher Gedanke.
Ich habe Karteikarten vorbereitet. In Großbuchstaben steht darauf: „Wichtige Information!“ und darunter: „Bei einem Unfall bitte dringend die nachstehenden Personen informieren, damit die sich um meinen Hund kümmern.“ Dann folgen die Anschriften und Telefonnummern von zwei Personen, die sich zuvor bereit erklärt hatten, im Notfall für Shira zu sorgen. Eines der Kärtchen liegt bei meinem Führerschein in der Brieftasche, ein weiteres ins Handschuhfach des Autos. Im Internet gibt es leuchtend rote „Notfall-Aufkleber Haustierrettung“, auf die man die Anzahl der Haustiere und seine Handynummer schreiben kann. Einer davon klebt an meinem Autofenster. Die anderen auf meiner Haustür und der hinteren Eingangstür.

Wer kümmert sich?

Ich habe an möglichst vielen Stellen Informationen hinterlegt, wer sich im Notfall um Shira kümmern soll. Selbstverständlich habe ich das alles zuvor mit den „Notfallpaten“ besprochen und auch in meinem Testament hinterlegt, wer Shira „erbt“.
Es ist ungeheuer wichtig, einen Hund von Anfang an mit anderen Menschen vertraut zu machen, bei denen er sich wohlfühlt. Mag es uns auch schwerfallen, unsere Liebe zu teilen, so ist es doch im besten Interesse unserer Vierbeiner. Damit alle potenziellen Paten wichtige Informationen bekommen, liegt meinem Testament ein Umschlag „Hund“ bei.  Darin sind eine Kopie von Shiras Impfpass mit Adresse und Chip-Nummer sowie eine Liste von Medikamenten, die sie regelmäßig braucht, und Informationen zu ihren Krankheiten. Außerdem ihre Futtervorlieben – bei einem Labrador heißt das „alles“ – und auf welche Kommandos sie hört. Bei Shira schrieb ich „taub und sieht schlecht“.  (c)  Elli H. Radinger

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