Schleswig-Holstein: Ministerium untersucht Rissvorfälle hinter wolfssicheren Zäunen

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KIEL. Zwischen dem 28. Dezember 2018 und dem 2. Januar 2019 wurden in Hemdingen und Bilsen im Kreis Pinneberg insgesamt drei Rissvorfälle hinter wolfssicheren Zäunen gemeldet. Derzeit überprüft das Ministerium, ob es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelt.

„Wir haben die ersten Schritte zur Überprüfung der Risse eingeleitet und nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Die drei Zäune waren vorbildlich und wolfssicher aufgebaut, so dass von Seiten der Halterinnen und Halter alles im Sinne der Wolfsprävention geleistet wurde. Es deutet vieles darauf hin, dass es sich hier um Wolfsrisse handelt. Damit würde auf Grund der mehrfachen Überwindung wolfssicherer Zäune die Ausnahmeregelung im Naturschutzgesetz greifen, nach der ein Antrag auf Abschuss des Wolfs gestellt werden kann. Da es sich beim Wolf um eine streng geschützte Art handelt, brauchen wir dafür einen sicheren Nachweis, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat“, sagte der Umweltminister Jan Philipp Albrecht.

Die wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse werden in zwei bis drei Wochen erwartet und lassen sich aus technischen Gründen nicht weiter beschleunigen. Grundsätzlich steht der Wolf in der gesamten EU unter strengem Artenschutz. Wölfe, die lernen, wolfssichere Zäune zu überwinden gelten jedoch als sogenannte Problemwölfe, bei denen ein Antrag auf Abschuss gestellt werden kann. „Bei dem vorliegenden Verdacht ist die vorgefundene Sachlage ziemlich klar und wir stellen uns im Falle eines Wolfsnachweises auf einen solchen Antrag ein“, so Minister Albrecht. Problemwölfe sind nicht nur für die Nutztierhalterinnen und -halter ein Problem. Wölfe, die sich auf Nutztiere spezialisieren, gefährden aus Sicht des Ministeriums auch das Ziel des Artenschutzes, die Koexistenz von Wolf und Mensch in der Kulturlandschaft zu erreichen.

„Wolfssichere Zäune werden in aller Regel nicht überwunden und sind daher auch weiterhin die beste Präventionsmaßnahme gegen Wolfsrisse. Sie bieten jedoch keinen einhundertprozentigen Schutz, weshalb es auch die Ausnahmeregelung für den Abschuss von Problemwölfen gibt. Aus diesem Grund haben wir hierfür klare Kriterien und Verfahren festgelegt. Sollte sich unser Verdacht bestätigen, werden wir also handeln und ein entsprechendes Verfahren gemeinsam mit allen Beteiligten zügig und rechtssicher durchführen können“, konkretisiert der Minister.

Hintergrund:
Am 28. Dezember 2018 kam es in Hemdingen hinter einem 108 cm hohen und damit wolfssicheren Flexinetz-Zaun mit 8500 V zu drei verletzten Schafen, von denen zwei später euthanasiert werden mussten.
Am 2. Januar 2019 kam es zu zwei Vorfällen in Bilsen. Beide Fälle fanden ebenfalls hinter einem 108 cm hohen Flexinetz-Zaun mit 8500 V statt. Im ersten Fall wurde ein Schaf verletzt, das später euthanasiert werden musste. Im zweiten Fall wurde das Schaf verletzt

Sollte ein Antrag auf Entnahme gestellt und genehmigt werden, können die Antragsteller eine oder einen Jagdscheininhaberin und -inhaber für ein begrenztes Gebiet und einen bestimmten Zeitraum mit der Tötung des Wolfs beauftragen.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass es am 27. Dezember 2018 ebenfalls in Hemdingen hinter einem 90 cm hohen, und damit nicht wolfssicheren, Flexinetz-Zaun mit 3500 V zur Verletzung von einem und Tod von zwei Schafen kam. Die Herde ist aus der Zäunung ausgebrochen.
(Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung)

3 Antworten auf „Schleswig-Holstein: Ministerium untersucht Rissvorfälle hinter wolfssicheren Zäunen“

  1. Als Hunde- und Wolfsliebhaber bin ich auch Fan von Ihnen geworden. Gerade lese ich als drittes Buch „Wolfsküsse“. Eine Frage: lebt Ihr alter Hund noch? Unser letzter Hund „Lobo“ war ein hochintelligentes Schlitzohr, das 16,5 Jahre alt wurde. Weiter viel Spass mit Hund und Wolf!!

    1. Ja, Shira lebt noch. Sie wird in Kürze 14 und ist noch top-fit (Holz klopfen). Über sie hab ich im Buch „Die Weisheit alter Hunde“ viel geschrieben.
      Ich freue mich immer, wenn mir Leser über ihre alten Hunde schreiben. 16,5 für Lobo war ein tolles Alter.

    2. Hier in Dithmarschen wurden jetzt auch mehrere Schafe auf einem Kohlfeld gerissen. Ob von einem Wolf ist noch nicht geklärt. Aber ein Wolf wird verdächtigt. Wenn ich sehe, wie hier die Schafe gesichert werden, nämlich fast gar nicht,(nur damit sie nicht entweichen können), dann lernen die Wölfe natürlich, das Schafe leichte Beute sind. Weil sie intelligent sind, dann sehen sie Schafe und überwinden auch hohe Zäune mit Strom, weil sie vorher gelernt haben das Schafe leichte Beute sind. So lange Schafe hier nur mit einem Zaun gesichert werden (eventuell 30 cm hoch) das sie nicht entweichen, Gräben werden gar nicht gesichert, dann darf man sich nicht wundern, wenn ein Wolf die Herde angreift. leichter geht es ja nicht. Und die Landwirte wissen, das jederzeit ein Wolf auftauchen kann.

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