Rezension: Wohllebens Welt (Magazin)

Wohllebens Welt
Das Naturmagazin von GEO und Peter Wohlleben
Einzelheft: 6,00 € im Zeitschriftenhandel
www.geo.de

Gruner + Jahr hat in diesem Monat erstmals ein neues Naturmagazin in den Handel gebracht. WOLHLLEBENS WELT vereint die Stärke der Wissensmarke GEO mit der Naturexpertise des Försters und Bestsellerautors Peter Wohlleben. Er wirkt als Chefreporter und wichtiger Impulsgeber an der neuen Heftreihe mit.

Das Magazin lädt viermal jährlich zum sinnlichen Erleben der Natur ein. Und zum Staunen darüber, was sich hierzulande Spannendes im Tier- und Pflanzenreich abspielt. Wie kaum ein anderer versteht es Peter Wohlleben, wissenschaftliche Erkenntnisse und biologische Prozesse allgemein verständlich zu vermitteln, und diese Expertise bringt er aktiv mit ein.

Der Wald – früher war er grün, still, roch gut, und wenn man nicht vorsichtig war, wurde man von aggressiven Wildschweinen oder dem bösen Wolf angegriffen. So zumindest lernten wir es in – zum Glück – längst vergangenen Zeiten.
Heute sind wir schlauer. Dank Peter Wohllebens Besteller „Das geheime Leben der Bäume“ wissen wir nicht nur, dass sich Bäume gegenseitig beschützen und über ein Wood Wide Web kommunizieren. WOHLLEBENS WELT geht über die reine Wissensvermittlung hinaus. Wir erfahren von bemerkenswerten Menschen, die sich für den Wald einsetzen, warum Waldbaden uns gut tut, oder erleben die Geburt einer Eiche, oder dürfen aus der Perspektive eines Adlers einen Blick auf unsere Erde werfen. Peter und Miriam Wohlleben nehmen uns auf eine Trecking-Tour nach Lappland mit, und Peter Wohlleben spricht mit Dr. Eckart von Hirschhausen über ergreifende Gefühle im Wald und die Rettung unseres Planeten.

Foto: Ramon Haindl

In unserer hektischen Welt schafft es das Magazin, dass ich als Leser schon allein beim Anschauen der ausgezeichneten Fotos herunterfahre. Plötzlich rieche ich den Wald und lausche den Klängen der Wiese. Interessant übrigens, wie der Autor des Artikels „Hören Sie das?“, Bertram Weiß, die lautmalerischen Entsprechungen der Tiergeräusche darstellt. Wenn die Blaue Holzbiene noch „bssssssss“ klingt, so erinnert mich das Geräusch der Feldlerche „tschiriliririlitschiriliriririli“ schon mal an das „Jodeldiplom“ von Loriot, wenn ich versuche, es laut zu lesen … Versuchen Sie es einmal selbst!

Als Kanidenforscherin hat mich natürlich besonders „Das Jahr mit Sophie“ interessiert, die Geschichte einer Freundschaft zwischen einer Forstwirtin und einer Füchsin. Allerdings musste ich schlucken, als ich las, dass die Forstwirtin Anna Hummel, den Fuchs anfangs mit Hundekuchen angefüttert hat, was als extrem unethisch gilt und ein absolutes NO GO in der Natur ist! Leider gibt es meines Erachtens schon viel zu viele selbst ernannte „Naturfotografen“, die Wildtiere mit Futter anlocken, um gute Fotos zu machen. Zum Glück erwähnt der Autor des Artikels aber auch, dass Anna den Fuchs „nicht dauerhaft mit Futter zähmen darf, weil die Füchsin ihre natürliche Angst vor dem Menschen nicht verlieren darf“. Und letztendlich dauerte die „füchsische Romanze“ auch nur bis zur Geschlechtsreife des Tieres.

Für mich ist WOHLLEBENS WELT ein informatives und inspirierendes Magazin, dessen Themen durchaus auch kontrovers diskutiert werden können. Ich empfehle die Lektüre Menschen jeden Alters. Ich freue mich schon auf weitere spannende Ausgaben – zumal der Ausblick auf das nächste Heft einen Artikel zum Thema Jagd verspricht: „Müssen wir Tiere wirklich erschießen?“

Chefredakteur Michael Schaper und Bestsellerautor Peter Wohlleben. (Foto: Roman Pawlowski)