Rezension: Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?

Äpfel

Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten
und sind Spinnen Freunde oder Feinde?
Skurrile Probleme und überraschende Lösungen rund um den Garten
Guy Barter
Landwirtschaftsvlg, 2019
224 Seiten
ISBN 978-3784355955
18,00 €

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Inhalt
Nach dem Buch „Wie lange braucht eine Schnecke zurück in meinen Garten“, in dem Guy Barter skurrile Fragen beantwortete, folgt nun der zweite Band des bekannten Gärtners der königlichen Gartenbaugesellschafft Englands. In diesem Buch geht es um Probleme, die jeder Gärtner kennt. Ob schon wieder Äpfel am Baum spurlos verschwunden sind, Karotten verdreht wachsen oder die Schnecken sich über die Ernte hermachen – Guy Barter weiß Rat.
Die praktischen und gleichzeitig unterhaltsamen Texte werden durch Illustrationen, Diagramme, Fotos und Feature-Boxen vervollständigt. Dieser tolle Band enthält eine Fülle von Informationen, die übersichtlich dargestellt sind, damit die Probleme im Garten bald schon der Vergangenheit angehören (oder zumindest ein bisschen erträglicher werden).

Der Autor
Guy Barter ist fachkundiger Gartenspezialist und war 18 Jahre lang der Leiter der Royal Horticultural Society (der Britischen Königlichen Gartenbaugesellschaft), eine Einrichtung, die jährlich Hunderte verschiedener Fragen zu Gartenarbeit beantwortet.

Rezension
„Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?“ ist das Nachfolgebuch von „Wie lange braucht eine Schnecke zurück in meinen Garten?

Es ist äußerlich und inhaltlich aufgebaut wie sein Vorgänger.

Fünf große Kapitel:

  1. Zierpflanzen
  2. Essbare Pflanzen
  3. Über der Erde
  4. Tägliche Gartenpflege
  5. Der Garten und darüber hinaus

In jedem Kapitel finden wir dann zahlreiche Fragen sowohl für angehende als auch erfahrene Gärtner. Zwar richtet sich das Buch vorwiegend an Gartenneulinge, die einen großen Schatz an Informationen finden, aber sicher finden auch „alte Hasen“ Lösungen auf manche gewagte Fragen. Außerdem legt „Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?“ den Schwerpunkt auf eine umweltfreundlichere Behandlung von Schädlingen und Krankheiten, die unsere Pflanzen heimsuchen.
Als guter Überblick über die Themen dienen die Inhaltsangabe sowie die Einleitung.

Das Kapitel „Wie bringe ich meinen vernachlässigten Garten in Ordnung?“ (S. 161) war das erste Kapitel meiner Wahl, das ich aufschlug – und jetzt im Frühjahr auch das dringendste, von dem ich mir schnelle Abhilfe erhoffe. Denn als Alternative bliebe nur, einen modernen Geröllgarten anzulegen, also dicht gepackt mit Steinen. Und das geht in meinen Augen heutzutage gar nicht mehr, wo jedes bisschen Grün zugebaut wird.

Aber was kann ich als absoluter Garten-Laie tun? Guy Barter gibt den wertvollsten Hinweis überhaupt: „Machen Sie sich nicht selbst verrückt. […] Erstellen Sie einen realistischen Plan und fangen Sie klein an.“ Na also – geht doch!
Nach diesem beruhigenden Beginn durchforste ich das Inhaltsverzeichnis und arbeite mich mit kleinen Schritten weiter vor.

Meine Idee, dass eine Wildblumenwiese und ein insektenfreundlicher Garten von selbst entstehen, indem man alles wachsen lässt wie es will, funktioniert leider nicht ohne Arbeit. Zum Glück gibt es noch Kapitel wie „Muss ich jeden Tag Gartenarbeit machen?“ (S. 178), die Mut machen, dass sich das Schuften lohnt und auch noch zögernde Gartenanfänger zu leidenschaftlichen Gartenspezialisten werden können.

Alle, die schon längst vom Gartenvirus befallen sind, werden sicher viel Bekanntes, aber auch noch erfrischend Neues im Buch finden.
Und vergessen wir nicht, dass sich schon der bloße Aufenthalt im Garten positiv auf das Wohlbefinden auswirkt. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo so viel Grün zubetoniert wird, sollten wir jedes Pflänzchen schätzen und genießen. Gartenarbeit ist gut für uns.

Der Autor schreibt auf seine unnachahmliche britische Art lehrreich, unterhaltsam und humorvoll.
Das Layout ist identisch mit dem von „Wie lange braucht eine Schnecke zurück in meinen Garten?“. Die Farben und das Äußere geben einen Wiedererkennungswert auf die einheitliche Linie des Verlages.
Ich liebe den Vintage-Look des Buches mit seinen hübschen Illustrationen. Er verleiht ihm einen altmodischen und hochwertigen Look, der noch weiter zum Genuss des Buches beiträgt.

Gibt man bei Amazon „Gartentipps“ ein, erhält man 300 Ergebnisse oder Vorschläge. Das zeigt, wie riesig der Markt ist. Brauchen wir da noch ein weiteres Ratgeber-Buch? „Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?“ gibt eine klare Antwort: JA, wir brauchen mehr solcher zauberhaften humorvollen Gartenbücher. „Wer klaut meine Äpfel aus dem Garten?“ sollte unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Gartenbibliothek sein.

Garten
So schön kann der Gartengenuss sein (Foto: Elli Radinger)