Rezension: Kühe anstarren verboten!

Kühe

Kühe anstarren verboten!
Von Alligator bis Zecke: Wie man sich bei Begegnungen mit Tieren richtig verhält
Rachel Levin
Malik Verlag, 2018
144 Seiten
ISBN 978-3890295053
20,00 €

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Inhalt
Wie verhält man sich Auge in Auge mit einem Elch? Kann man mit Erdnussbutter Mäuse fangen? Und sind Klapperschlangen wirklich tödlich? Soll man sich groß oder lieber klein machen, laut singen oder auf den nächsten Baum flüchten? Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie man sich bei einem Zusammenstoß mit Wildschweinen im Wald, bei einer Waschbäreninvasion im Vorgarten oder einer Ameisenstraße in der Küche korrekt verhält, dann brauchen Sie unbedingt dieses Buch! Humorvoll und praxisnah hat die Outdoor-Expertin und Journalistin Rachel Levin in diesem liebevoll durchillustrierten Band das nötige Know-how zusammengetragen, um für Begegnungen mit Grizzlys und Wölfen, Schafen und Krähen, Läusen und Bettwanzen bestens gewappnet zu sein.

Rezension
Das Leben ist gefährlich.
Da haben Menschen Angst vor dem „bösen“ Wolf, während eine viel größere Bedrohung auf sie lauert, wenn sie mit ihrem Hund über eine Kuhweide laufen …
Seit über dreißig Jahren kläre ich in Vorträgen und Lesungen über Wölfe auf und versuche, den Menschen Fakten gegen ihre Angst in die Hand zu geben. Und so gilt mein erster Blick im Buch den Kaniden, von denen die wichtigsten vier vertreten sind: Fuchs, Kojote, Hund und Wolf. Auch wenn wir in Deutschland nicht auf Kojoten treffen werden, so besteht durchaus die Möglichkeit einem Fuchs zu begegnen, einem Wolf wohl eher nur äußerst selten, und den Hund haben wir bei uns auf der Couch – mit nachgewiesenen 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen jährlich. Soweit zur potenziellen Gefahr eines Tieres.

Das Buch ist alphabetisch aufgebaut, von A (Alligator) bis Z (Zecken). Jedes einzelne Kapitel ist in verschiedene Infokästen unterteilt ist: Es beginnt mit einem „Wo“ – Lebensraum, gefolgt von der „Größe“ und den „Lauten“, die das Tier macht.
Die „Größe“ hält sich nicht mit langweiligen Zahlen auf, vielmehr gibt uns die Autorin lustige Vergleiche an die Hand, die sofort ein Bild vor unserem Auge entstehen lassen. Über die Größenbeschreibung vom Wolf musste ich schmunzeln: „Größer als ein Kojote, kleiner als ein Schaf (was ihn nicht abschreckt).“ Kojote: „Etwa wie ein Zweijähriger.“ Oder der Alligator: „Lang wie ein Schwebebalken, schwer wie ein Klavier.“ Schwarzbär: „Ein sehr gemütliches Sofa“ und im Vergleich dazu der Grizzly: „Zwei- bis fünfmal so schwer wie ein großer Kühlschrank.“

Auf diese Anfangspunkte folgt eine kurze Information über das Tier und dann der wichtige Infokasten „Was jetzt?“. Den sollten Sie genau lesen, denn hier erfahren Sie, wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie dem entsprechenden Vier-, Sechs- oder Nullbeiner begegnen. Diese Tipps sind sehr humorvoll, aber auch in der Realität praktisch anwendbar. Am Ende des Buches wird der Leser erkannt haben, dass das „Problem“, das wir mit manchen Tierarten zu haben glauben, oft in unserer Hand liegt – ebenso wie die Beseitigung, z.B. dadurch, dass wir unseren Müll ordentlich entsorgen oder keine wilden Tiere anfüttern.

„Kühe anstarren verboten“ ist Amerika-lastig. Die Autorin lebt in den USA und bezeichnet sich selbst als als „halb neurotische Städterin, die gern in der Natur ist“.
Wenn Sie nach Nordamerika in den Urlaub fliegen, haben Sie natürlich eher die Chance, auf einen Grizzly, Puma oder Alligator zu treffen. Aber auch in Deutschland kann Ihr Leben gefährlich werden. Auf unseren Almwiesen droht Gefahr durch Kühe (es werden mehr Menschen durch Kühe getötet als durch Haie) oder beim Waldspaziergang durch Zecken, es gibt 300 Millionen Ratten und die Waschbärenpopulation ist auf Rekordhoch.

Der Schreibstil von Rachel Levin ist leicht, verständlich, unterhaltend und äußerst humorvoll.
Besonders erwähnen möchte ich noch die grandiosen Illustrationen von Jeff Östberg, die das Buch auch zu einem optischen Highlight machen.

„Kühe anstarren verboten“ ist große Unterhaltung für die ganze Familie. Absolut empfehlenswert.