Rezension: Feldstudien auf der Hundewiese

Feldstudien

Feldstudien auf der Hundewiese
Marc Bekoff
Kynos 2018
296 Seiten
ISBN 978-3954641673
24,95 €

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Inhalt
So sehr wir unsere Hunde auch mögen und umsorgen: Vieles von ihrem Verhalten bleibt uns oft rätselhaft. Warum wälzen sie sich gern in stinkendem Unrat? Warum spielen sie mit dem einen Kumpel ausgelassen Nachjagen, während sie sich vor dem anderen ängstlich auf den Rücken werfen? Warum spiegeln Hunde so oft das Verhalten ihrer Besitzer? Was geht in den Köpfen unserer Hunde vor – und wie viel davon können wir verstehen?
Fast alle Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden sich auf Mark Bekoffs liebstem Beobachtungsgebiet – der Hundewiese. Der preisgekrönte Wissenschaftler und Autor lädt uns ein, mit ihm zusammen einmal Feldforschung vor der eigenen Haustür zu betreiben und das genaue Hinsehen zu lernen – auf die Hunde, aber auch auf die Menschen, die mit ihnen umgehen. In augenzwinkerndem Plauderton bringt er uns mühelos komplexe Zusammenhänge und die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung zu Verhalten und Intelligenz von Hunden nah.
So viel Spaß hat Verhaltensforschung noch nie gemacht: Werden Sie unter Bekoffs erfahrener Anleitung selbst einmal zum Hobby-Ethologen und lernen Sie Ihren Hund noch besser verstehen, respektieren und schätzen!

Über den Autor
Mark Bekoff ist emeritierter Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie an der Universität Colorado, USA. Hunde sind schon sein ganzes Leben lang sowohl privat als auch beruflich einer seiner besonderen Interessenschwerpunkte. Er hat über dreißig Bücher und zahllose wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und gilt als einer der Vordenker in der Forschung zum Hundeverhalten.

Rezension
Treffen Sie den berühmten amerikanischen Verhaltensforscher ganz entspannt auf der Hundewiese und fragen Sie ihn, was Sie schon immer über Hunde – und/oder speziell ihren eigenen Hund – wissen wollten.

Marc Bekoff hat sein Leben der Verbesserung des Lebens aller Tiere gewidmet. In „Feldstudien auf der Hundewiese“ wird seine Leidenschaft und Liebe zu Hunden von der ersten Seite an deutlich. Seine Empathie für sie spricht aus jedem seiner Worte und berührt die Leser. Auf gefühlvolle Weise verbindet er persönliche Geschichten mit Informationen über neueste Forschungen. Er schreibt über Hunde, die er im Laufe seines Lebens beobachtet hat, und berichtet von Gesprächen, die er mit ihren Menschen auf der Hundewiese geführt hat. Er erklärt dem Leser, wie man Hunde „liest“, welche Bedürfnisse sie haben, und er scheut sich auch nicht, die „heißen“ Themen wie das „böse“ D-Wort – Dominanz – anzusprechen. Beispiel: Hunde, die vor uns durch die Tür gehen, haben nicht gleich ein Dominanzproblem.

Dieses Buch ist mitfühlend, informativ, oft humorvoll und dabei immer mit dem Fokus darauf, wie wir die Bedürfnisse unserer Hundegefährten verstehen und erfüllen können. Beipiel: Der Gassigang sollte für den Hund sein, nicht für den Besitzer.
Immer wieder plädiert der Autor dafür, auf das Seelenleben unserer Vierbeiner zu achten, zu versuchen, sie zu verstehen und die volle Verantwortung für ihr emotionales und körperliches Wohlbefinden zu übernehmen. Er ermutigt uns, unseren tierischen Gefährten die Möglichkeit zu geben, einfach nur Hunde zu sein und Spaß mit ihnen zu haben.
Als Wissenschaftler stützt sich Bekoff auf das, was wir über Hunde aus wissenschaftlichen Experimenten und Studien wissen. Als talentierter Schriftsteller übersetzt er diese manchmal komplizierten Erkenntnisse in leicht lesbare und verständliche Sprache für den Laien. „Feldstudien auf der Hundewiese“ ist darüber hinaus ein sehr nützliches Nachschlagewerk auch für Hundetrainer und Hundeprofis, die mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über Hunde Schritt halten wollen.
Und oh Wunder kommt auch dieser renommierte Forscher gelegentlich zu der Erkenntnis, Erkenntnis, dass wir vieles einfach noch nicht wissen. Hurra – gepriesen sei der Wissenschaftler, der zugibt, dass wir noch mehr lernen müssen.
Der empathische Autor spricht und schreibt gerne über die Emotionen von Tieren und hat zahlreiche Bücher hierzu veröffentlicht. Darum sind gerade diese Kapitel im Buch für mich besonders lesens- und liebenswert.
Spannend auch die wichtige Frage, ob Hunde durch das Leben mit uns gestresst werden. Nein, das Ergebnis verrate ich Ihnen nicht, das müssen Sie schon selbst lesen.

Am Ende drängt er uns, selbst Wissenschaftler/Ethologen zu werden, indem wir unsere eigenen Hunde genauer beobachten, um sie besser zu verstehen und zu schätzen, und gibt Anleitungen für zukünftige (Hobby-)Ethologen.

Erwähnenswert ist auch der große Anhang mit umfangreichen Fußnoten und Literaturempfehlungen für die, die noch tiefer in die Materie einsteigen wollen.

„Feldstudien auf der Hundewiese“ ist ein wunderbares und wichtiges Buch für alle, die etwas über Hunde lernen möchten. Wenn ich nur ein einziges Buch über das Verhalten von Hunden auswählen müsste, dann würde ich dieses Buch empfehlen.