Rezension: Die Weisheit der Wale

Die Weisheit der Wale
Wie uns die Giganten der Meere zu mehr Tiefe führen
Steffi Schroeter
bene! Verlag
192 Seiten
ISBN 978-3963400209
18,00 €

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Inhalt
Was uns die Welt der Wale über unser Leben lehrt. Ein biografischer Ratgeber voller Empathie für die größten Wesen der Weltmeere.
Einen Sommer lang ist die deutsche Natur-Coaching-Expertin Steffi Schroeter, die seit vielen Jahren auf der dänischen Insel Bornholm lebt, in die Welt der Wale eingetaucht – am Nordmeer, der arktischen See. Schon seit frühester Kindheit fühlt sie sich verbunden mit den mächtigen Tieren, die sie an die Urkraft in uns selbst erinnern.


Wale – sie sind die Giganten der Meere. Sie leben in engen Familienbanden und haben einen besonderen Orientierungssinn. Sie leben in zwei Elementen: an der Oberfläche und in der Tiefe. Sie tauchen ab, um wieder aufzutauchen. Stark, souverän, anmutig.
Persönlich, kenntnisreich und lebensnah erzählt Steffi Schroeter von der Weisheit der Wale und macht deutlich, warum auch wir manchmal abtauchen müssen, um gestärkt wieder neu aufzutauchen. Warum uns das permanente Leben an der lärmenden Oberfläche angreifbar macht. Und warum der Gang in die Tiefe unseres Daseins unausweichlich für uns ist, um Orientierung zu finden.

Die Autorin
Steffi Schroeter führt als Coach und Autorin Menschen zu neuer Klarheit im Leben. „Es geht darum, die eigene innere Tiefe zu finden – dann kann ich Kraft und Ruhe nach außen geben“, so bringt sie ihr Credo auf den Punkt. Nach Jahren als PR-Beraterin ist die Hamburgerin und studierte Politikwissenschaftlerin aus der turbulenten Welt des Marketings aufgebrochen und mit ihrer Familie auf die dänische Insel Bornholm gezogen. Dort sammelt sie in der Natur Ruhe und Gelassenheit, genießt Lagerfeuer und Yoga – und bezieht die Urwüchsigkeit der Meerlandschaft in ihre Coachings und Seminare ein.
https://steffischroeter.de/

Rezension
Weisheits-Bücher gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Wir können Weisheit lernen von Wölfen, alten Hunden, Eseln, Trottellummen, Elefanten, Pferden und viele anderen Vierbeinern, aber auch von Zweibeiner wie Kindern, Stoikern oder Hundertjährigen. Mich wundert nur, dass es so lange gedauert hat, bis jemand die Weisheit einer Tierart entdeckt, die den Menschen schon seit Ewigkeiten fasziniert.
Wie viele von uns, die sich intensiv mit wilden Tieren beschäftigen, kann sich auch die Autorin nicht mehr der Magie der ältesten Tiere der Welt entziehen. Sie ist zwar keine Biologin, aber nach eigenen Worten „Walforscherin im Herzen“. Während eines Urlaubs in Norwegen hatte sie die großen Meeressäuger kennengelernt und war ihnen von da an verfallen. Seitdem reist sie regelmäßig zu den Orca-, Buckel- und Pottwalen nach Norwegen und berichtet über ihre Erlebnisse.

In ihrem Buch „Die Weisheit der Wale“ schreibt sie, was wir von Walen lernen können. Sie erzählt, wie sie es geschafft hat, ihren Kindheitstraum zu verwirklichen und auf die dänische Insel Bornholm auszuwandern, und wie sie Kraft in der Natur findet. Dabei schildert sie ihr Leben in Dänemark und Norwegen und ihre Tätigkeit als Naturcoach. Sie berichtet über ihre Begegnungen mit Walen aber auch mit Menschen, die sich für den Schutz dieser Tiere einsetzen.

Das Buch ist eine Mischung aus Autobiografie, Reisebericht und Sachbuch. Was mich ein wenig stört, ist in manchen Kapiteln die inhaltliche Aufteilung. Die Biologie der Wale wird am Anfang „lexikonartig“ abgehakt. Das kann ich auch im Internet nachlesen. Ich verstehe, dass die Autorin möglichst viele Informationen über „ihre“ Tieren vermitteln möchte. Das geht aber auch anders. So wird es beispielsweise immer dann interessant, wenn sie Fakten mit persönlichen Erlebnissen verbindet, Parallelen zieht zu ihren eigenen Sehnsüchten und Zweifeln und erzählt, was sie von den Walen in dieser Hinsicht gelernt hat. Diese direkt Verbindung von eigenen Erlebnissen mit Walinfos – statt beides nebeneinander zu stellen – hätte ich mir noch mehr gewünscht. Dennoch ist dieses Erstlingswerk ein wunderschönes und inspirierendes Buch, voller Liebe für die großen Meeressäuger. Am Ende möchte man den Koffer packen und auf eine einsame Insel fahren, um mit den Walen abzutauchen.

Wale dürfen übrigens weiter nicht zu kommerziellen Zwecken getötet werden. Das hat die Internationale Walfangkommission bei ihrer letzten Tagung im September 2018 entschieden. Nur Norwegen, Island und Japan ignorieren dieses Verbot und nutzen Schlupflöcher, um weiterhin die großen Meeressäuger zu töten. Aber Wale sind nicht nur durch die kommerzielle Jagd bedroht, sondern auch durch herumtreibende Fischernetze, Lärm in den Ozeanen und immer mehr Plastikmüll. Die Walfangkommission hat darum ihr Ziel erweitert damit sich die Walbestände auf den Status der Zeit vorindustrieller Bejagung erholen können. Das sind gute Aussichten.
Steffi Schroeter trägt mit ihrem Buch dazu bei, den Menschen die Zerbrechlichkeit der Lebenswelt der Wale bewusst zu machen und sie damit vielleicht/hoffentlich auch zu schützen. Dazu wünsche ich ihr von ganzem Herzen alles Gute und viel Kraft.

Wale
Foto: pixabay

Eine Antwort auf „Rezension: Die Weisheit der Wale“

  1. Jedem Buch, welches auf den Schutz der Natur aufmerksam macht, ist eine gute Verbreitung zu wünschen.
    Aber ich finde, dass der Begriff Weisheit in Bezug auf Tierbücher „überstrapaziert“ ist und etwas verspricht, was vielleicht den Erwartungen der Käufer nicht ganz gerecht wird bzw. auch den entsprechenden Tieren. Es ist meiner Meinung nach nicht ganz der richtige Ausdruck, dient aber sicher der Verkäuflichkeit von Büchern.
    Ich habe z.B. in meinem Leben auch viel Zeit mit vielen alten Hunden verbracht, dass da einer in dieser Hinsicht besonders „weise“ (so wie wir es in Bezug auf uns Menschen verstehen)war, daran kann ich mich nicht erinnern. Dass das Zusammen leben auch mit alten Hunden erfüllend und schön sein kann, keine Frage, aber das Alter bringt doch wie beim Menschen auch bei den Tieren viele Nachteile mit sich.
    Ich hoffe, Sie verstehen was ich meine. Viele Grüße

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