Rezension: Der Wanderwolf

Wanderwolf

Der Wanderwolf. Folge deinem Herzen
Christopher Ross
Ueberreuter Verlag, 2018
256 Seiten
ISBN 978-3764170783
12,95 €

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre

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Inhalt
Eine Ausreißerin und ein Wolf – zwei Getriebene, deren Wege sich in den Wäldern Nordamerikas kreuzen.
Shadow ist ein sogenannter Wanderwolf. Er hat sein Rudel verlassen, überquert Straßen und Autobahnen und legt Tausende von Kilometern zurück, um eine neue Partnerin zu finden. Als Alana eine Autopanne hat, muss sie sich zu Fuß durch die Wildnis durchschlagen. Dort begegnet sie Shadow, der inzwischen zahlreiche Ranger und die Medien in helle Aufregung versetzt. Sofort fühlt Alana eine tiefe Verbindung zu dem Tier. Schafft sie es, genauso unbeirrt die Hindernisse in ihrem Leben zu überwinden? Und finden am Ende beide ihre große Liebe?

Rezension
Ich muss vorab darauf hinweisen, dass das empfohlene Alter für dieses Buch lt. Verlag 12 bis 15 Jahre ist, ein Buch also für Jugendliche. Ich bin der Meinung, dass es durchaus und mit Vergnügen auch von jung gebliebenen Erwachsenen gelesen werden kann, die sich für Wölfe interessieren.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge. Da ist Alana, die junge Frau, die ihren eigenen Weg gehen will, fort von dem, was ihre Eltern für sie vorgesehen haben. Und Wolf Shadow auf der Suche nach einer Partnerin. Beide finden ihren Weg, wobei es bei einem von ihnen ein Happy End gibt, während die Geschichte des anderen offen bleibt und auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Über den Wolf hat der Autor gut recherchiert und orientiert sich an neueren Forschungserkenntnissen.
Der Roman sollte jugendliche Leser ansprechen. Es gibt Natur, eine Liebesgeschichte, und viel Wolf.

Das Einzige, was mich persönlich an „Der Wanderwolf“ stört, ist der „falsche“ Wolf auf dem Cover. Die Handlung spielt in den USA, da hätte schon ein Timberwolf abgebildet sein sollen. Unsere Timberwölfe in Montana und Wyoming sind grau oder schwarz. Beim Wolf auf dem Buchcover handelt es sich aber um einen europäischen Wolf – deutlich erkennbar an der weißen Gesichtsmaske, die nur die europäischen Wölfe haben. Aber ich will nicht päpstlicher sein als der Papst, vermutlich fällt es den Lesern eh nicht auf. Ich empfehle „Der Wanderwolf“ auf jeden Fall weiter.

Das Buch ist ein Abenteuerroman, behandelt aber im Hintergrund die reale Thematik der Wanderwölfe. Darüber hat der Autor auch in seinem Nachwort „Die Wahrheit über Wanderwölfe“ geschrieben. Wobei er sich hier überwiegend auf Quellen aus Nordamerika beruft.
Wer intensiver in das Thema „Wanderwolf“ (auch mit deutschen Wölfen) einsteigen möchte, dem sei das Kapitel „Ich bin dann mal weg“ im Buch „Die Weisheit der Wölfe“ empfohlen.

Wanderwolf
Europäischer Wolf (Foto: Gunther Kopp; www.kopp-foto.de)