Rezension: Der Pflanzen-Messias

Pflanzen-Messias

Der Pflanzen-Messias
Abenteuerliche Reisen zu den seltensten Arten der Welt
Carlos Magdalena
Malik, 2018
288 Seiten
ISBN 978-3890295039
22,00 €

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Inhalt
Carlos Magdalena hat eine Mission, er will gefährdete Pflanzen vor dem Aussterben bewahren: von der kleinsten Seerose der Welt bis zu Bäumen mit über fünfzig Meter langen Wurzeln. Er reist zu den entlegensten Orten der Erde – von der Bergwelt Perus über die abgelegenen Inseln des Indischen Ozeans bis in die Tiefen des australischen Outbacks -, auf der Suche nach seltenen exotischen Arten. An seinem Arbeitsplatz in Kew Gardens widmet er sich der Erforschung dieser Pflanzen, entwickelt wegweisende neue Techniken, sie zu vermehren, und versucht alles, um sie in ihrem Wachstum zu stärken und ihren Bestand zu sichern. Sein Buch ist ein sympathisches und mitreißendes Zeugnis wahrer Leidenschaft, beseelt vom Wunsch nach einer besseren, grüneren Welt.

Der Autor
Carlos Magdalena wurde 1972 in Spanien geboren und arbeitet als botanisch ausgebildeter Gärtner in den Kew Gardens in London. Er hält weltweit Vorträge und ist Vorsitzender der International Waterlily and Water Gardening Society. Seine einzigartigen Fähigkeiten und sein Engagement für den Erhalt vom Aussterben bedrohter Pflanzen haben ihm den Spitznamen „The Plant Messiah“ eingebracht.

Rezension
Ich empfehle „Der Pflanzen-Messias“ jedem, der sich für Natur und Botanik interessiert.
Der Autor wuchs in einer naturverbundenen Familie im ländlichen Spanien auf. Vermutlich wegen seines Aussehens gab ihm ein spanischer Journalist den Spitznamen „Messias“. Betrachtet man die strickte Weigerung des Autors, das Aussterben von Pflanzenarten zu akzeptieren und seine Bemühungen, seltene Arten wieder zum Leben zu erwecken und zu verbreiten, dann er trägt er diesen ehrenvollen Spitznamen zu Recht. Kein Wunder, dass er in die berühmten britische Royal Botanic Gardens in Kew (Kew Gardens) aufgenommen wurde und dort zu einem anerkannten Spezialisten aufstieg.


Carlos Magdalena hat eine Mission: Er sucht gefährdete Pflanze und bemüht sich, einen Weg zu finden, sie zu retten. So ist es ihm gelungen, Pflanzen zu vermehren und sie vor dem Aussterben zu bewahren, obwohl ihr Lebensraum beispielsweise durch den Bau einer Straße ausgelöscht wurde. Wir erfahren, wie viel komplizierter die Vermehrung von seltenen Pflanzen ist, als einfach Samen oder Stecklinge in den Boden zu stecken und darauf zu warten, dass sie anwachsen.

Magdalena zeigt, wie schwierig es ist, Arten zu retten und zu verbreiten. Dabei geht es nicht allein um Umweltbelange, sondern auch um wissenschaftliche, rechtliche oder politische Fragen wie: Wem gehören Pflanzen, die von Naturforschern im 18. und 19. Jahrhundert, der Blütezeit des Kolonialismus, von den Ureinwohnern „gesammelt“ wurden? Wer besitzt die Rechte an einer einheimischen Pflanze, wenn sich herausstellt, dass sie medizinisch oder kommerziell verwendet werden kann? Wie bringt man lokale Anliegen mit wissenschaftlichen Studien in Einklang?
Der Autor erzählt von seiner Arbeit mit Einheimischen, von den Höhen und Tiefen der Laborarbeit, dem Umgang mit Regierungen sowie von der Bedeutung von Forschung und Vernetzung.

In jedem Kapitel des Buches konzentriert sich der Autor auf eine bestimmte Expedition oder Pflanzenart. Auch wenn er die Pflanzen gut beschreibt, kann es hilfreich sein, anhand der lateinischen Namen das Foto dazu im Internet nachzuschlagen. Ich gestehe, ich kenne die wenigsten Pflanzenarten, über die der Autor schreibt – abgesehen von den Seerosen, die seine große Liebe sind.

Von Lateinamerika über Afrika bis Australien arbeitet Magdalena mit Kollegen und Ureinwohnern zusammen, um das botanische Erbe der Welt zu retten. Das Buch ist auch ein Reiseführer, wenn es uns mitnimmt zu faszinierenden Reisezielen wie den bolivianischen Dschungel, das australische Outback, die peruanischen Wüsten und nach Mauritius.

Vor allem jedoch macht uns Magdalena bewusst, wie vielfältig und komplex die Faktoren sind, die zum Aussterben einer Pflanzenart beitragen, während gleichzeitig die Folgen ihres Verlustes unermesslich sind. Er untersucht die Hauptfaktoren für das Aussterben, die in fast allen Fällen durch den Menschen herbeigeführt werden: Abholzung, Zerstörung des natürlichen Gleichgewichts, Einführung nicht heimischer Tierarten und globale Erwärmung.
Immer wieder ermahnt uns der Autor, dass unsere Existenz von der Gesundheit der uns umgebenden Flora abhängt, und dass es unsere Aufgabe ist, sie als wesentliche Bestandteile des Lebens auf der Erde zu betrachten.

„Messias“ bedeutet: Führer, Retter, leidenschaftlicher Verfechter, Erlöser und Botschafter. Alle Bezeichnungen werden Carlos Magdalena gerecht, indem er bewusst macht, wie wichtig Pflanzen für die Zukunft unsere Planeten sind:
„Ein Messias kann keine Einstellungen verändern, wenn ihm die Anhänger fehlen, die seine Botschaft verbreiten. Wenn wir etwas bewahren wollen, sind Leidenschaft, Motivation und Handlungsbereitschaft gefragt. Es ist Zeit für eine Wende. Ich will, dass mit diesem Buch die Wende beginnt. Die Menschen brauchen die Pflanzen genauso wie die Pflanzen den Menschen und das Verbreiten dieser Botschaft beginnt mit mir und Ihnen.“ (Prolog)

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