Rezension: Bin im Garten

Garten

Bin im Garten
Ein Jahr wachsen und wachsen lassen
Meike Winnemuth
Penguin Verlag, 2019
320 Seiten
ISBN 978-3328600459
22,00 €

Zu beziehen über den örtlichen Buchhandel oder online im Autorenwelt-Shop

Die Autorin
Meike Winnemuth, 1960 in Schleswig-Holstein geboren und in Hamburg sowie an der Ostsee lebend, ist freie Journalistin. Durch ihre Kolumnen im „Stern“ und ihre Reportagen für „Geo Saison“, „SZ Magazin“ und viele andere Zeitschriften erschrieb sie sich eine große und begeisterte Anhängerschaft. Bekannt wurde sie durch ihre Selbstversuche: So trug sie ein Jahr lang das gleiche blaue Kleid („Das kleine Blaue“) und unternahm nach einem Gewinn bei „Wer wird Millionär“ eine einjährige Weltreise durch 12 Städte.

Ihrem Reise-Blog „Vor mir die Welt“ folgten mehr als 200.000 Leser, er wurde für den Grimme Online-Award 2012 nominiert und bei den Lead Awards 2012 ausgezeichnet. Ihr Reisebuch „Das große Los“ wurde 2013 zum Überraschungs-Bestseller. https://www.meikewinnemuth.de/

Inhalt
„Ein Jahr im Garten leben. Gemüse anbauen. Bäume pflanzen. Blümchen natürlich auch. Wurzeln schlagen. Boden unter den Füßen finden, und zwar einen, den ich persönlich dorthin geschaufelt habe.“ Weltreisende sucht Ort zum Bleiben: Mit Tempo und Witz erzählt Meike Winnemuth in ihrem Tagebuch von ihrem neuen Abenteuer – dem ersten eigenen Garten. Vom Träumen und Planen, Schuften und Graben, Säen, Pflanzen, Ernten, Essen. Vom großen Wachsen (Muskelkater!) und Werden (plötzlich: geduldig!). Und entführt uns dabei an einen paradiesischen Ort wahren Lebens, mit Radieschen und Schnecken, mit Rittersporn und anderen blauen Wundern. Das Buch wird nach höchsten ökologischen Standards (Cradle to Cradle) hergestellt und nicht in Folie eingeschweißt.

Die Autorin
Meike Winnemuth, 1960 in Schleswig-Holstein geboren und in Hamburg sowie an der Ostsee lebend, ist freie Journalistin. Durch ihre Kolumnen im „Stern“ und ihre Reportagen für „Geo Saison“, „SZ Magazin“ und viele andere Zeitschriften erschrieb sie sich eine große und begeisterte Anhängerschaft. Bekannt wurde sie durch ihre Selbstversuche: So trug sie ein Jahr lang das gleiche blaue Kleid („Das kleine Blaue“) und unternahm nach einem Gewinn bei „Wer wird Millionär“ eine einjährige Weltreise durch 12 Städte. Ihrem Reise-Blog „Vor mir die Welt“ folgten mehr als 200.000 Leser, er wurde für den Grimme Online-Award 2012 nominiert und bei den Lead Awards 2012 ausgezeichnet. Ihr Reisebuch „Das große Los“ wurde 2013 zum Überraschungs-Bestseller.

Rezension
Ich gestehe, mein Garten ist Wildnis pur – nicht unbedingt im positiven Sinn. Ich habe keine Lust darauf, Gemüse zu pflanzen, obwohl es nichts Köstlicheres gibt, als selbst gezogene Tomaten. Sträucher schneiden und Gras mähen geschieht bei mir nur im Notfall. Stets entschuldige ich mein Chaos mit dem Spruch meines Großvaters: Was blüht, ist kein Unkraut. Genauso wenig hatte ich jemals Lust, dicke Gartenratgeber zu wälzen. Zu langweilig und unverständlich. Dann las ich Meike Winnemuths „Bin im Garten“ und plötzlich sehne ich mich danach, ein Teil dieser verrückten, liebevollen Gärtnergemeinde zu werden.

Das Buch beschreibt im Tagebuchstil ein Jahr im Garten, von Januar bis Dezember. Jedes Kapitel ist mit einem kurzen Satz oder Wort und mit einer humorvollen Zusammenfassung des Inhalts überschrieben. Es endet jeweils mit einer Aufzählung – „Der Januar/Februar […] in Zahlen“ – mit den Arbeiten, die die Autorin in diesem Monat geleistet hat, bzw. den Erträgen ihres Gartens. Am Ende des Buches gipfelt der Dezember im bemerkenswerten „Das Jahr in Zahlen“.

Die Autorin schildert ihre Gartenarbeit nicht im Stil eines How-to-Ratgebers, sondern Winnemuth lässt uns an ihren Experimenten und Fehlschlägen teilhaben. Sie nimmt uns mit in ihr grünes Reich und beschreibt, was sie tut, sieht und erlebt. Sie empfiehlt Zubehör und Pflanzensorten. Danke für den Tipp mit der Erdbeere. Die „Mieze Schindler“ ist für nächstes Jahr auf meiner Pflanz-Liste. Darüber hinaus verrät sie zahlreiche ungewöhnliche und brauchbare Tipps. Wo erfahren Sie sonst in einem „normalen“ Gartenratgeber, welches die beste Arbeitshose mit eingearbeiteten Kniepolstern ist?

Die ganze Begeisterung von Meike Winnemuth gehört den Briten und deren Gartenkunst. Dies kann man aus jeder Zeile lesen und macht Lust, bald selbst die englischen Gärten zu besuchen. Danke übrigens für den wunderschönen und interessanten Bericht von der Chelsea Flower Show.

Neugierig geworden bin ich auf die immer wieder erwähnte Gartensendung auf BBC 2 „Gardners‘ World“ mit dem charismatischen Monty Don. Ich kannte die unterhaltende und lehrreiche Sendung bisher nicht und habe sie mir auf YouTube angeschaut.
Auch einige der köstlichen Rezepte aus dem Buch habe ich ausprobiert.

„Bin im Garten“ ist nicht der übliche Gartenratgeber – und will es auch nicht sein. Zum Glück, denn sonst hätte ich das Buch vermutlich nie gelesen. Stattdessen ist es eine äußerst unterhaltende Lektüre von jemandem, der anfangs überhaupt keine Ahnung von Gärtnern hatte, und es einfach mal ausprobieren wollte. Schritt für Schritt mit allen Fehlern und Erfolgen. „Einfach mal machen“ ist das Motto der Autorin. Und gerade die Art und Weise, wie Winnemuth ihre Leser an diesem Experiment teilnehmen lässt, macht das Buch so anziehend, überzeugend und ausgesprochen authentisch.

Sehr hilfreich ist der Anhang mit Literaturempfehlungen und Bezugsquellen zu Stauden, Sträuchern, Kräutern, Saatgut und Blumenzwiebeln.
Besonders erwähnen möchte ich auch die wunderschönen Farbfotos von Felix Amsel und der Autorin sowie die Illustrationen von Inka Hagen.

Ein wunderbares Buch, das selbst einem Garten-Faulpelz wie mir höllische Lust aufs Gärtnern macht.

Garten
Foto: conger-design/pixabay