Wolfswelpen im Milkeler Rudel zeigen ungewöhnliches Interesse an Menschen

Wolf (Foto: pixabay)

Im Kerngebiet des Milkeler Wolfsrudels gab es in letzter Zeit Fälle, in denen die aktuell knapp 5 Monate alten Welpen durch ungewöhnliche Nahbegegnungen mit Menschen auf sich aufmerksam machten. Die Tiere zeigten bei Begegnungen kaum Fluchtverhalten, näherten sich neugierig Menschen teilweise bis auf wenige Meter an, ohne aggressiv zu sein.
Es ist bekannt, dass Wolfswelpen neugieriger und weniger vorsichtig reagieren als erwachsene Wölfe. Das Verhalten dieser Welpen lässt jedoch vermuten, dass sie sich in den letzten Wochen an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt, eventuell sogar positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Im Rahmen des Sächsischen Wolfsmanagements untersuchen die Biologen des Instituts für Wolfsmonitoring und -forschung in Zusammenarbeit mit dem für die Flächen zuständigen Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft nun vor Ort die Situation im Milkeler Territorium, um die Hintergründe und mögliche Ursachen aufzuklären, sowie dem unerwünschten Verhalten entgegenzuwirken.

Wolfswelpen verbringen in den ersten Lebensmonaten viel Zeit an sog. Rendezvousplätzen, wo sie sich viel alleine aufhalten. Die Altwölfe kommen nur sporadisch dorthin, um die Welpen zu füttern.
Insbesondere Welpen können gewollt oder auch unbeabsichtigt so stark an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt (habituiert) werden, dass sie die Anwesenheit oder Annäherung von Menschen auf eine deutlich geringere Distanz zulassen als ihre Artgenossen. Wenn z.B. Menschen sich Welpen wiederholt annähern, gewöhnen sich diese an die unmittelbare Nähe von Menschen. Deshalb ist es wichtig, das Verhalten dieser Welpen auf keinen Fall zu verstärken. Das heißt, dass sie keine weiteren Begegnungen mit Menschen haben sollten, die sie mit positiven Erfahrungen verbinden. Sie dürfen auf keinen Fall angelockt oder gar gefüttert werden bzw. in der Nähe von Menschen Nahrung finden. Menschen sollen auch nicht versuchen sich den Tieren anzunähern, um z.B. ein besseres Foto zu bekommen, um den Gewöhnungseffekt nicht noch zu verstärken.
Das Milkeler Rudel existiert seit 2008 und hat sein Kerngebiet in der Kernzone des Biosphärenreservates Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft im LK Bautzen. In diesem Jahr werden dort mind. 3 Welpen aufgezogen.

Um einen möglichst vollständigen Überblick über das Verhalten von Wölfen zu erlangen, sind Meldungen über Wolfssichtungen aus der Bevölkerung wichtig. Wolfssichtungsmeldungen werden entgegengenommen vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ (035772 46762, kontaktbuero@wolf-sachsen.de), den zuständigen Landratsämtern und dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland (035727 57762, kontakt@lupus-institut.de).

Mehr Informationen zum Thema Wolf im Freistaat Sachsen: www.wolf-sachsen.de (Quelle PM: Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“)