Rezension: Unterwegs mit Bodie

Bodie

Unterwegs mit Bodie
Eine Frau, ein Hund, eine Reise, ein neues Leben
Belinda Jones
Benevento, 2018
312 Seiten
ISBN 978-3710900358
16,00 €

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Inhalt
Bodie ist am Ende. Erst wird er von seinen Besitzern ausgesetzt, jetzt sitzt er in einem Tierheim in Los Angeles und wartet auf den letzten Akt: die Todesspritze. Auch Belinda ist am Ende. Abserviert von der Liebe ihres Lebens verkriecht sie sich in ihrem Apartment, trauert und glaubt nichts mehr zu haben, wofür es sich zu leben lohnt. Belinda rafft sich auf, besucht das Tierheim, trifft Bodie – und das Leben beider nimmt einen ganz anderen Kurs. Er ist von nun an der Hund ihres Lebens, sie der Mensch des seinen. Und das Leben nimmt sogleich Fahrt auf. Zusammen reisen sie über 3 000 Kilometer weit die amerikanische Westküste entlang, erleben Turbulentes, Abenteuerliches und Amüsantes und machen einander das Leben wieder schön.

Rezension
Memoir, Reiseführer, Hundebuch, dieses Buch ist alles zugleich.

Reiseführer
Als ich die Geschichte las, erinnerte sie mich sofort an meine eigene Geschichte mit Lady, einer Labradorhündin, die ich mit acht Monaten auch aus der Tötungsstation eines amerikanischen Tierheims gerettet hatte. Danach bin ich mit ihr ebenfalls kreuz und quer durch Amerika gereist. Ich wünschte, es hätte damals schon dieses Buch gegeben mit all seinen großartigen Tipps zu hundefreundlichen Hotels und Restaurants der Westküste, die Anfang der 1990er Jahre noch sehr selten waren. Jedoch steigt die Autorin auf ihrem Trip von Kalifornien nach Oregon überwiegend in Luxushotels ab, die sich ein „normaler“ Tourist nicht leisten kann. Im mittleren Preissegment ist es in den USA schon sehr viel schwieriger, mit einem Vierbeiner ein Hotel zu finden, soweit meine eigene Erfahrung. Dennoch würde ich jetzt gerne nochmal die Strecke von Belinda und Bodie abfahren – ob mit oder ohne Hund – schon allein wegen der tollen Unterkünfte, Restaurants und Gerichte, die mir oft genug Appetit gemacht haben.
Als Reiseführer ist das Buch eher für den Amerikaner geeignet. Viele Informationen im Buch sind für Touristen schwer zu verstehen oder nachzuvollziehen. So kann es beispielsweise verwirren, wenn die Autorin schreibt, wie sie im Napa Valley den Old Faithful besichtigt, den man aus dem Yellowstone-Nationalpark kennt. Hier wäre vielleicht auch eine Karte im Innenumschlag des Buches hilfreich gewesen.
Wer ins Detail gehen will, dem sei der Blog der Autorin empfohlen. Hier werden viele hundefreundliche Destinationen beschrieben und es gibt zahlreiche Fotos von Bodie.

Memoir
In „Unterwegs mit Bodie“ erzählt die Autorin ihre unglückliche Liebesgeschichte. Für sie ist vieles mit Erinnerungen an den Geliebten verbunden, der sich nicht binden will. Gerade aber auch durch ihre Bindung zum Hund lernt sie nicht nur sich selbst kennen. Ob es noch ein Happy End gibt, kann ich hier nicht verraten.

Hundebuch
Belinda Jones ist eine britische Journalistin, die sich auf Reiseliteratur spezialisiert hat. „Unterwegs mit Bodie“ ist ihr erstes Reisebuch mit Hund. Was mir an ihrem Schreibstil besonders gefällt, ist ihr feiner britischer Humor. „Unterwegs mit Bodie“ ist ein Hundebuch, das zu Herzen geht. Wer würde sich nicht in diesen wunderbaren Hund verlieben. Und diese Liebe der Autorin spricht auch aus jeder Geschichte des Buches. Und Bodie? Er ist einfach nur ein zauberhafter Reisebegleiter, den man gerne nicht nur bei einer Reise bei sich hätte.
Im Anhang geben zehn Reisebegeisterte ihre besten Tipps zum Reisen mit Hund.

„Unterwegs mit Bodie“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich habe es in einem Rutsch, an einem Tag, durchgelesen und meine anderen Arbeit dafür liegengelassen. Ich kann das Buch von ganzem Herzen jedem Hundefreund empfehlen und besonders allen, die gerne mit ihrem Vierbeiner unterwegs sind.