Neue Nachweise des Wolfes GW 781 in Schleswig-Holstein und Dänemark

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An einer Reihe von Nutztierrissen konnte zwischen August und Oktober diesen Jahres ein bestimmter Wolf als Verursacher nachgewiesen werden, der als Nachkomme eines Wolfsrudels identifiziert werden konnte, das im Bereich der Lübthener Heide in Mecklenburg-Vorpommern beheimatet ist. Das männliche Tier hatte die Nummer GW 781 erhalten. Seither konnten durch das schleswig-holsteinische Wolfsmanagement keine weiteren Informationen über den Verbleib des Tieres ermittelt werden.

Weitere Untersuchungen im Rahmen des schleswig-holsteinischen Wolfsmonitorings erbrachten jetzt diesbezüglich neue Erkenntnisse zu diesem speziellen Tier:

An einem Rehriss, der am 21. Oktober 2017 bei Augaard/Oeversee im Kreis Schleswig-Flensburg aufgefallen war, wurden Haare gefunden, die möglicherweise nicht zu dem gerissenen Reh gehörten. Die Haare wurden zunächst zur Artbestimmung an das Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz gegeben, das über Fachleute verfügt, die entsprechende Artbestimmungen an Haaren durchführen können. Zwar konnte im vorliegenden Fall durch den dortigen Experten bei vier Haaren lediglich eine Einengung auf vier Canidenarten ( oder einen Waschbär vorgenommen werden, an einem der Haare befand sich aber noch eine Wurzel, so dass sich dieses Haar für eine genetische Analyse eignete. Die daraufhin durchgeführte Analyse des „Nationalen Referenzzentrums für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf“ beim Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen bei Frankfurt erbrachte zunächst einen Wolf des Haplo-typs HW01. Weitergehende genetische Untersuchungen ergaben, dass es sich um den männlichen Wolf mit der Bezeichnung GW 781 handelt. Das Tier hatte sich nach den oben genannten Schafrissen weiter nach Norden bewegt. Die Untersuchungen belegen darüber hinaus, dass sich das Tier nicht auf das Er-beuten von Haustieren spezialisiert hat, sondern daneben auch Wildtiere erbeutet – in diesem Fall ein Reh.

Jüngste Informationen, die jetzt seitens der dänischen Kollegen übermittelt wurden, belegen, dass sich das Tier derzeit bei Aggersund im nördlichen Dänemark aufhält. Genetische Spuren von GW 781 wurden wiederum an einem gerissenen Nutztier nachgewiesen.

Generelle Hinweise für das Verhalten bei einer vermuteten Wolfssichtung finden Sie hier. Für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen wenden Sie sich bitte an die Notfallhotline: 0174 / 63 30 335
(PM www.llur.schleswig-holstein.de)