Fragen der Leser zum Buch „Die Weisheit der Wölfe“ – Teil I

Immer wieder stellen mir die Leser Fragen zum Buch „Die Weisheit der Wölfe„, die ich hier gerne beantworten möchte.

Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Buch gekommen?

Wölfische Buchideen schwirren mir ohne Ende im Kopf herum. Schließlich beobachte ich diese faszinierende Tierart schon seit etwa 30 Jahren, 27 davon im Yellowstone-Nationalpark. Ich kenne sie und weiß, wie sie sich verhalten. Wenn ich nun aber in manchen Medien lesen und von Politikern und sogenannten „Experten“ immer wieder hören muss, dass die deutschen Wölfe gefährlich sind, weil sie sich …xyz… verhalten, stehen mir die Haare zu Berge. So viel Unsinn wie in letzter Zeit habe ich in all den Jahren, in denen ich über Wölfe aufkläre, noch nicht gehört.
Mir geht es darum, mit diesem Buch darüber aufzuklären, wie Wölfe wirklich sind. Ich hoffe, damit ein wenig Verständnis zu erreichen und mehr Akzeptanz.

Wann fahren Sie das nächste Mal nach Yellowstone?

Gar nicht mehr – zumindest nicht so lange meine alte Hündin noch lebt. Sie ist jetzt 13 Jahre alt und unsere gemeinsame Zeit wird endlich. Ich möchte die Zeit, die ihr noch bleibt, nutzen, um all die schönen Dinge mit ihr gemeinsam zu machen, die wir schon immer machen wollten. Darum bleibe ich bei ihr. Ich würde mir nie verzeihen, wenn sie stirbt und ich bin 10.000 km entfernt. Wenn ich etwas von den Wölfen gelernt habe, dann dass die Familie absolute Priorität hat. Die Wölfe werden immer noch da sein, aber meine Hündin habe ich nicht mehr allzu lange.

War Ihre Hündin früher bei Ihrer Wolfsforschung mit dabei?

Nein, ich habe sie nie mitgenommen. Das hat verschiedene Gründe:
Ich bin über 45 Jahre lang mehrmals jährlich über den Atlantik nach Nordamerika geflogen. In dieser Zeit habe ich zu viel gesehen, um meine Hündin guten Gewissens einen Flug im Gepäckraum zuzumuten. Zwei meiner Hunde sind mit mir gereist. Der erste kam mit nach Kanada, weil ich dort drei Monate lang an der Universität in Vancouver studiert habe und danach noch mehrere Monate durchs Land gereist bin. So lange wollte ich nicht ohne meinen Hund sein.
Meine zweite Hündin habe ich aus der Tötungsstation eines amerikanischen Tierheimes gerettet und bin danach mit ihr durch die USA gereist und anschließend nach Hause geflogen.
Meine Shira durfte immer, wenn ich in Yellowstone war „Wellnessurlaub bei Oma“ machen und war bei meinen Eltern bestens versorgt.
Mit Hunden in den USA zu reisen ist nicht einfach. Die wenigsten Hotels oder Ferienhäuser akzeptieren Hunde, in Restaurants sind sie tabu. Shira bei minus 30° im Auto zu lassen, wenn ich im Winter Wölfe beobachte, steht außer Frage. Darüber hinaus herrscht in den Nationalparks strenge Leinenpflicht für Hunde. Sie dürfen dort außerdem nur entlang der Straße laufen, also auch nicht auf Wanderwegen.
Wenn ich all dies bedenke, plus den ca. 16-stündigen Flug mit 3 x umsteigen, kam es für mich nie in Frage, Shira mitzunehmen.

Im Bild unten bin ich mit meiner Shira auf Wolfssuche in der Lübtheener Heide in Mecklenburg-Vorpommern . Das ist etwas, was wir gemeinsam machen können – auch wenn die Chancen, Wölfe zu sehen, wirklich sehr gering sind. Wichtiger ist aber, dass wir zusammen sind.

Weitere Fragen in Teil II